Das Baujahr ist nur ein Hinweis
Zwei Häuser aus demselben Jahr können völlig unterschiedliche Voraussetzungen haben. Fenster, Dach, Kellerdecke, Luftdichtheit, Anbauten und frühere Sanierungen verändern den Wärmebedarf. Für die Wärmepumpe zählt, wie viel Leistung das Gebäude am kalten Auslegungstag braucht und welche Wassertemperatur die Heizflächen dafür benötigen. Die bisherige Kesselleistung ist dafür keine verlässliche Abkürzung, weil ältere Kessel häufig deutlich größer gewählt wurden als nötig.
Ein Wintertest liefert echte Hinweise
An einem kalten Tag kann die Vorlauftemperatur der bestehenden Heizung schrittweise gesenkt werden. Dabei sollten die Thermostatventile weit geöffnet sein und die Heizzeiten nicht ständig unterbrochen werden. Bleiben die wichtigen Räume warm, spricht das für ausreichend große Heizflächen. Wird nur ein Zimmer zu kühl, helfen häufig ein größerer Heizkörper, ein hydraulischer Abgleich oder eine gezielte Dämmmaßnahme. Der Versuch ist eine Orientierung und ersetzt keine raumweise Heizlastberechnung.
- Verbrauch der letzten drei Jahre sammeln
- Vorlauftemperatur an kalten Tagen notieren
- Problemräume einzeln erfassen
- Geplante Sanierungen vor der Auslegung festlegen
Die richtige Reihenfolge verhindert Fehlkäufe
Zuerst werden Gebäude und Heizflächen aufgenommen, dann Heizlast und notwendige Temperaturen bestimmt. Erst anschließend werden Wärmequelle, Leistung und Hydraulik gewählt. Lassen Sie Heizlast, Auslegungspunkt, Vorlauf- und Rücklauftemperatur, Warmwasserbedarf und erwartete Jahresarbeitszahl schriftlich ins Angebot aufnehmen. So wird aus einer Verkaufsprognose eine überprüfbare Planung und das Risiko von Überdimensionierung, Takten oder unnötigem Heizstabeinsatz sinkt.
Praxisregel: Erst das Haus verstehen, dann die Maschine auswählen.
