Vom Wärmebedarf zum Strombedarf
Benötigt ein Haus pro Jahr 20.000 kWh Wärme und erreicht die Anlage eine Jahresarbeitszahl von 4, entstehen rechnerisch rund 5.000 kWh Strombedarf für Heizung und Warmwasser. Bei einer JAZ von 3 wären es etwa 6.667 kWh. Schon diese Differenz zeigt, warum die Auslegung wichtiger ist als ein kleiner Preisunterschied beim Gerät.
Die Jahresarbeitszahl ist kein fester Produktwert. Sie entsteht im realen Gebäude und hängt unter anderem von Wärmequelle, Systemtemperatur, Warmwasser, Klima, Regelung und Nutzerverhalten ab.
Was im Angebot enthalten sein muss
Vergleichen Sie nicht nur die Position ‚Wärmepumpe‘. Erdarbeiten, Fundament, Elektroanschluss, Speicher, Demontage der Altanlage, Kernbohrungen, hydraulischer Abgleich, Inbetriebnahme und Entsorgung können den Gesamtpreis stark verändern.
Bitten Sie jeden Anbieter um dieselbe Leistungsbeschreibung. Nur dann wird sichtbar, ob ein günstiges Angebot wirklich günstiger ist oder wichtige Arbeiten in Nachträgen landen.
- Komplette Montage und Inbetriebnahme
- Elektro- und Bauarbeiten
- Heizlast und hydraulischer Abgleich
- Garantie, Wartung und Störungsdienst
Wärmepreis statt Bauchgefühl
Teilen Sie den Strompreis durch die erwartete JAZ. Bei 30 Cent pro kWh Strom und einer JAZ von 4 kostet eine Kilowattstunde Wärme rechnerisch 7,5 Cent – noch ohne Grundpreis und Wartung. Dieselbe Anlage bei JAZ 3 liegt bereits bei 10 Cent.
Für den Vergleich mit Öl oder Gas müssen auch Kesselverluste, Grundkosten, Wartung und zukünftige Preisänderungen berücksichtigt werden. Eine exakte Zukunftsprognose gibt es nicht; ein transparentes Szenario ist trotzdem besser als eine einzelne optimistische Zahl.
Drei Szenarien statt einer Prognose
Rechnen Sie konservativ, realistisch und günstig. Variieren Sie Strompreis und JAZ, während der Wärmebedarf gleich bleibt. So sehen Sie, ob die Entscheidung nur im Bestfall funktioniert oder auch bei weniger guten Bedingungen robust bleibt.
Nutzen Sie unseren Rechner für die erste Orientierung und lassen Sie die Annahmen des Fachbetriebs anschließend schriftlich bestätigen.
Eine seriöse Rechnung zeigt nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Annahmen dahinter.
